Überarbeitetes Klimaschutzkonzept der Stadt Oberursel liegt zum Beschluss vor


Die Stadt Oberursel hat ihr Klimaschutzkonzept umfassend überarbeitet und an veränderte Rahmenbedingungen angepasst. Das neue Konzept setzt auf eine klarere Priorisierung der Maßnahmen und soll dazu beitragen, die lokalen Klimaschutzziele zu erreichen. Im Mittelpunkt stehen konkrete Projekte in den Bereichen energetische Stadtsanierung, Gebäude, Mobilität und Beratung, um Oberursel auf Kurs Richtung einer vorgezogenen Klimaneutralität im Jahr 2045 zu bringen.  

„Das fortgeschriebene Klimaschutzkonzept ist ein entscheidender Fahrplan, um Oberursel zukunftsfähig und klimaneutral zu machen“, betont Bürgermeisterin Antje Runge die Bedeutung des Konzepts für die Stadt. „Die klar priorisierten Maßnahmen machen deutlich, wie wir gemeinsam mit Bürgerinnen und Bürger unseren Beitrag zum Klimaschutz leisten und zugleich die Lebensqualität in unserer Stadt erhalten.“

 

Historie und Anlass der Überarbeitung

Erstmals hatte die Stadtverordnetenversammlung im Jahr 2019 ein Klimaschutzkonzept für Oberursel beschlossen. Das damalige Konzept zielte noch auf eine Klimaneutralität der Brunnenstadt im Jahr 2050 ab. Schon zwei Jahre später – im Jahr 2021 – wurde eine Fortschreibung dieses Konzepts auf den Weg gebracht. Hintergrund dafür war die Erkenntnis, dass zusätzliche und ambitioniertere Maßnahmen nötig sind, um das internationale 1,5-Grad-Klimaziel auch auf kommunaler Ebene einzuhalten. Seit der Erstauflage des Konzepts veränderten sich sowohl global, als auch lokal die Rahmenbedingungen für Klimaschutz- und Klimaanpassungsmaßnahmen. Diese erhöhten die Dringlichkeit der zeitlichen Umsetzung, so dass der Magistrat das Konzept aktualisieren und die neuen Zielvorgaben anpassen ließ. Die Überarbeitung wurde im Jahr 2024 abgeschlossen und das fortgeschriebene Konzept anschließend den kommunalpolitischen Vertreterinnen und Vertretern der Stadt Oberursel zur Beratung vorgelegt. Selbstverständlich fand auch eine Bürgerbeteiligung statt.

 

Wesentliche Maßnahmen und Schwerpunkte

Bei der Überarbeitung des Klimaschutzkonzepts wurde die umfangreiche Maßnahmenliste von ursprünglich 102 Einzelmaßnahmen auf 70 Maßnahmen gebündelt. „Wir wollten stärker priorisieren“, erläuterte Klimaschutzmanagerin Judith Kreutzer im zuständigen Ausschuss. Von den 70 verbleibenden Maßnahmen wurden 30 mit Priorität 1 eingestuft. Das bedeutet, dass sie absoluten Vorrang auf der Handlungsebene besitzen. Sieben Maßnahmen sollen kurzfristig in den kommenden zwei Jahren umgesetzt werden.

 

Schwerpunkten des neuen Konzepts

  • Energetische Stadtsanierung auf Quartiersebene – also Klimaschutz und Klimaanpassung in den Stadtvierteln, unter anderem durch die Erstellung der kommunalen Wärmeplanung
  • Sanierungsfahrplan für städtische Gebäude – ein Fahrplan, um die städtischen Liegenschaften schrittweise energetisch zu sanieren und effizienter zu machen
  • Nachhaltige Mobilität – zum Beispiel der Ausbau von Carsharing-Angeboten und ein umfassendes Mobilitätsmanagement, um umweltfreundliche Verkehrsarten zu fördern
  • Beratung –  kostenfreie Beratung für Bürgerinnen, Bürger und Unternehmen, um diese bei Klimaschutz-Investitionen wie etwa der Installation von Solaranlagen oder Heizungsmodernisierungen zu unterstützen

Durch diese Fokussierung auf prioritäre Handlungsfelder soll das Klimaschutzkonzept übersichtlicher und flexibler in der Umsetzung sein. Die Stadt kann so schneller auf neue Entwicklungen reagieren und die wichtigsten Projekte zügig vorantreiben.

 

Klimaziel 2045 und Handlungsfelder

Oberursel hat sich zum Ziel gesetzt, bis zum Jahr 2045 klimaneutral zu werden. Um dieses Ziel zu erreichen, soll der Ausstoß von Treibhausgasen in den kommenden Jahren deutlich verringert werden. Die Handlungsfelder Wärme, Strom und Verkehr stehen dabei besonders im Fokus.

Im Wärmesektor – vor allem bei der Beheizung von Gebäuden – sieht das Konzept die größten Einsparpotenziale an CO₂-Emissionen, etwa durch energetische Sanierungen und den verstärkten Einsatz erneuerbarer Energien. Aber auch im Bereich der Stromversorgung (zum Beispiel durch Ausbau von Photovoltaik) und im Verkehr (etwa durch Förderung des Radverkehrs und klimafreundliche Mobilitätsangebote) gibt es weiteren Spielraum für Emissionsminderungen.

 

Bürgerbeteiligung und weiteres Vorgehen

Das Klimaschutzkonzept 2024 wurde in einem partizipativen Prozess erarbeitet. So fand am 10. Juli 2024 eine öffentliche Online-Bürgerbeteiligung statt, bei der Interessierte den Entwurf des fortgeschriebenen Konzepts kennenlernen und Fragen oder Anregungen einbringen konnten. Die Ergebnisse dieser Beteiligung sind in die endgültige Fassung mit eingeflossen. Zuvor gab es bereits Workshops und Fachgespräche mit lokalen Akteuren wie dem Klimabeirat, um praxisnahe Ideen und Expertenwissen zu integrieren.

Am Donnerstag, den 3. April, liegt das neue Klimaschutzkonzept 2024 jetzt der Stadtverordnetenversammlung zum finalen Beschluss vor. Mit dem überarbeiteten Konzept besitzt Oberursel nun einen Fahrplan, der den Weg zu einer klimaneutralen Stadt bis zum Jahr 2045 aufzeigt und sowohl Herausforderungen als auch Chancen klar benennt. „Klimaschutz ist eine Gemeinschaftsaufgabe – dieses Konzept hilft uns dabei, die Herausforderungen strukturiert anzugehen und unsere Klimaziele fest im Blick zu behalten“, bekräftigt Bürgermeisterin Antje Runge. Die Stadt Oberursel lädt alle Bürgerinnen und Bürger ein, den eingeschlagenen Weg mitzugehen und sich weiterhin aktiv am Klimaschutz zu beteiligen – sei es durch eigene Beiträge im Alltag oder durch konstruktive Rückmeldungen an die Stadtverwaltung.

 

Antje Runge

Bürgermeisterin